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Sattlerei Bielkine

Am Listholze 62
30177 Hannover

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Arbeitsplatz allergiegerecht optimiert

Bei einem Fahrzeugsattler, der Innenausstattungen (z. B. Sitze, Türverkleidungen etc.) repariert und austauscht, kam es bei einem Beschäftigten durch den Umgang mit den Arbeitsstoffen zu allergieauslösenden Symptomen. Bei einer fachärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass der Beschäftigte bei Hautkontakt bzw. beim Einatmen von latexhaltigen Stoffen allergisch reagierte. Diese Erkrankung hätte an sich eine weiterführende Beschäftigung unmöglich gemacht, da im ganzen Betrieb eine Latex-Exposition nicht vermeidbar ist. Viel schlimmer für den Unternehmer war der drohende Verlust eines guten und erfahrenen Fahrzeugsattlers.

Gemeinsam mit dem Team wurde überlegt, ob es nicht doch eine Möglichkeit der Weiterbeschäftigung geben könnte. Das Problem war allerdings, dass sich die Erkrankung so auswirkt, dass schon kleinste Latexpartikel in der Luft sowie der bloße Hautkontakt zu allergischen Reaktionen führten. Nach intensiver Analyse der im Betrieb vorhandenen Arbeitsstoffe stellte sich heraus, dass Latex in Gummihaar bzw. Gummikokos, Latexmilch und Latexschaum enthalten ist.

Es wurde die Idee entwickelt, in der Halle einen eigens für die Verarbeitung von Latex ausgewiesenen separaten Raum zu schaffen. Mit einem verschiebbaren Vorhang aus Planenmaterial kann jetzt ein Teilbereich „quasi“ luftdicht gemacht werden. Parallel dazu wurden alle latexenthaltenden Materialien luftdicht eingepackt (komplette Sitze, zu verarbeitendes Material, Restmüll und altes Material). Des Weiteren wurde überprüft, ob das latexhaltige Material durch andere Materialien ersetzt werden kann.

Gelungene Inklusion statt Exklusion eines Beschäftigten!

Durch die getroffenen Maßnahmen kann sich der Beschäftigte grundsätzlich in der Halle frei bewegen und arbeiten. Die Tätigkeiten mit latexhaltigem Material finden in dem isolierten Raum statt, entstehende Stäube werden dort sofort abgesaugt und verteilen sich nun nicht mehr in der Halle. Mit den umgesetzten Maßnahmen kann der Erkrankte nun ohne Probleme in seinem erlernten Beruf weiterarbeiten.

Es wird für den Mitarbeiter sowohl der Hautkontakt als auch das Einatmen latexhaltiger Stäube vermieden, da zusätzlich im Betrieb alle latexhaltigen Produkte in Tüten verschlossen werden - auch komplette Autositze.

Zukünftig versucht der Unternehmer, die für den Beschäftigten gesundheitsschädlichen Materialien, sofern technisch machbar, zu ersetzen. Im Moment können für einige typische Aufträge schon neue Arbeitsstoffe eingesetzt werden.

2018

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