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Organisation und Motivation der Sicherheitsbeauftragten im Arbeitsschutz

In Konzernen sind die Verantwortungen entsprechend dem Top-down-Konzept geregelt. Mit diesem Konzept hat das Unternehmen einen sicherheitstechnischen Stand erreicht, der zwar bereits sehr gut ist, aber den eigenen Ansprüchen nicht immer genügt. Um weitere Fortschritte im Arbeitsschutz zu erreichen, hat man sich zusätzlich zu einem Bottom-up-Konzept entschlossen.

Im Betrieb sind rund 900 gewerblich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen 200 bis 300 Maschinenbau-, Vermessungs-, Sicherheits- oder Bauingenieurinnen und -ingenieure, die für mehrere Standorte zuständig sind. Der Betrieb findet in drei Schichten an sieben Tagen in der Woche statt. Geführt werden die 900 operativen Mitarbeiter durch etwa 35 Führungskräfte, die die Arbeitsstätten ein Mal täglich begehen. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin sieht also pro Schicht nur ein Mal die jeweils vorgesetzte Person.

Die Führungskräfte haben somit nur schwerlich den notwendigen Einblick in die tägliche Arbeit, um Fehlverhalten der Beschäftigten immer rechtzeitig zu erkennen. Der Konzern strebt deshalb einen Kulturwandel in der Arbeitssicherheit an: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen aus intrinsisch verankerter Motivation sicher arbeiten – und nicht „aus Angst vor dem Chef“ oder aus „Regelgehorsam“.

Dazu wurden mehr als 50 Sicherheitsbeauftragte (Sibe) benannt und qualifiziert. Sie haben die Aufgabe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Augenhöhe anzusprechen – und zwar immer dann, wenn es zu einem unsicheren Verhalten kommt. Statt „Das verstößt gegen die Vorschrift!“ heißt es jetzt: „Niemand möchte, dass sich jemand verletzt. Für Arbeitssicherheit ist immer Zeit.“

Gegenüber Kolleginnen und Kollegen ist die Hemmschwelle geringer, Sachverhalte mitzuteilen, die zu einer unsicheren Situation führen können. Zudem sind die Sicherheitsbeauftragten stets vor Ort. Unter anderem diese beiden Punkte führten dazu, dass sich die Sicherheitskultur deutlich verbessert hat: Im Jahr 2018 gab es keine meldepflichtigen Arbeitsunfälle, über 400 Tage ereignete sich kein Unfall mit Ausfallzeit.

Um die Sicherheitsbeauftragten in ihren Aufgaben zu bestärken, finden regelmäßig maßgeschneiderte Fortbildungen und Aktionen statt. Vorstand und Betriebsleitung prämieren zudem jedes Jahr ein herausragendes Sibe-Projekt.

2020



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